Bestattungskultur im Wandel – oder eine Aussicht für 2015 …

18.04.2015

ein rundes Treppenhaus von oben fotografiert, Bild: Wikimedia - Amrei-Marie - cc by sa 3.0

Unsere Bestattungskultur und alle damit in Verbindung stehenden Bereiche haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

Der Tod an sich bleibt sicher, aber die Konkurrenz zwischen den im Bestattungsbereich agierenden Unternehmen, Vereinen und Gemeinden wird immer größer. Kommunen und private Krematorien stehen im strammen Wettbewerb. Friedhöfe sind nicht mehr zwingend erste Wahl. Sarghersteller haben im hochwertigen Produktsegment oftmals das Nachsehen, die Urnenproduktion gewinnt an Bedeutung. Es ist was los in der Bestattungsbranche.

Der Trend zu „pragmatisch, preiswert und pflegeleicht“ geht Hand in Hand mit dem Wunsch nach mehr Individualität. Passt das eigentlich zusammen? Individuell ausgestattete Trauerfeiern, die dem Charakter oder den Vorlieben des Verstorbenen auch im Extremen Ausdruck verleihen sollen, enden immer öfter in einem anonymen Grabfeld, unter einem Baum oder in einem Kolumbariumfach.

Sicher, auch die gesellschaftlichen Abläufe haben sich verändert. Zeit und Empathie ist Mangelware, Burn-out ein immer öfter auftretendes Krankheitsbild, ältere Menschen sind auf sich selbst gestellt. Die Pflege für einen Ort nach der Bestattung, das Grab, scheint so oftmals nur schwer vorstellbar. Die Konsequenz: der Trend zu „pragmatisch, preiswert, pflegeleicht“.

Dies wird sich vermutlich auch in 2015 fortsetzen, es sei denn, wir halten einmal inne, nehmen uns Zeit, darüber nachzudenken, was wichtig ist. Rein zwischenmenschlich. Hier gibt es keine Standards, aber im Innern bestimmt der Wunsch nach etwas mehr. Mehr von zwischenmenschlichen und persönlichen Werten, auch nach der Bestattung.

Einen wunderschönen und außergewöhnlichen Beitrag zu diesem Thema liefert der preisgekrönte englische Film „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ von Regisseur Uberto Pasolini, erschienen im Pfiffl-Verleih. Dieser Film ist ein bewegendes Nachsinnen über die Einsamkeit und den Tod. Er berührt einen ganz tief im Herzen und wirkt sehr lange nach. Diesen Film findet man im Programmkino, ganz individuell – ganz da, wo er hingehört.

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